Restauranttipps

Alte Espressomaschinen

Diese alte Faema E-61 mit einer Brühgruppe stammt aus dem Jahr 1964 und ist bereits funktionstüchtig instandgesetzt. Sie erhalten im Paket kostenlos die externe Wasserpumpe und eine historische Kaffeemühle mit dazu!FaemaE-61
Pumpe, 1-gruppig - Diese alte Faema E-61 mit einer Brühgruppe stammt aus dem Jahr 1964 und ist bereits funktionstüchtig instandgesetzt. Sie erhalten im Paket kostenlos die externe Wasserpumpe und eine historische Kaffeemühle mit dazu!
Preis: 2300 Euro

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Eine sehr angenehme Überraschung

Bewertung

Restaurant: Ristorante Torre


Besuch am: 30.01.2005
Region: Liguria

Ristorante Torre

Das Ristorante "Torre" in Calvari sorgte für eine der ersten Überraschungen des Jahres 2005 und bewegt mich endlich einmal wieder dazu, eine lohnende Restaurantvorstellung zu veröffentlichen. Auf dem Rückweg von einem sonnigen Wochenende am Meer in Chiavari (Ligurien), also im weiteren Einzugsgebiet von Genua, war ich sicher nicht auf der Suche nach kulinarischen Höhenflügen. Einerseits war ich nach drei Tagen im Ausbau-Rustico meines Freundes sicher nicht mehr sterne-tauglich gewandet, andererseits hatte ich meinen übermüdeten 5-jährigen Sohn dabei - alles das und noch 4 Stunden Rückfahrt vor mir. Mit anderen Worten, bei gut 35 Grad im Schatten entschied ich mich dafür, anstelle der Autobahn die idyllische Bergstraße durchs "Fontanabuona" zu nehmen. Ich erlaube mir anzumerken, dass diese ruhige und entspannt zu fahrende Strecke deutlich angenehmer ist als die spektakuläre Uferstraße nach Genua mit ihren Vespa-Schwärmen.

Jedenfalls hielten ich und mein Sohn, beide bestenfalls strandtauglich gekleidet, am ersten geöffneten Restaurant, das einen vollen Parkplatz mit italienischen Kennzeichen bot (Regel 1, immer dort halten, wo viele Italiener Mittag essen). Folgerichtig begrüßte uns ein Schild mit der Aufschrift "Pranzo completo", also keine Plätze mehr zu haben. Ein freundliches Nachfragen bei der netten Kellnerin sorgte für doch noch 2 Plätze im von einer Konfirmationsgesellschaft bevölkerten Lokal. Der Hinweis, ich müßte mich einige Minuten gedulden, wurde von mir sehr gern akzeptiert. Und ich muss sagen, dass die folgenden 2 Stunden mit Sicherheit der liebenswerteste Aufenthalt in 2005 werden sollten.

Zunächst überrascht das von außen eher unspektakuläre Gebäude mit einem geschmackvollen, rustikalen Design, welches erst kürzlich aufgefrischt wurde. Das Restaurant selbst besteht bereits seit 1899 als Familienbetrieb. Zentraler Blickpunkt ist das hervorragende und frisch angerichtete Antipasti-Buffet, das mit weit mehr als einem Dutzend regionaler Spezialitäten zum Zusammenstellen einlud, verschiedene Gemüsezubereitungen, hervorragende Salate und eine Anzahl hausgemachter Quiches enttäuschten in keinem einzigen Falle. Was von der sehr aufmerksamen und sympathischen Bedienung als "Wartezeit" angedroht wurde, reichte gerade, die hervorragenden Antipasti zu beenden. Selbstverständlich nahm ich die Tagliatelle al Pesto, wir sind ja im weitesten Sinne in der Nähe von Genua. Das hausgemachte, sehr feine und milde Pesto war von einer Qualität, wie man sie wohl in der Tat nur in Ligurien findet und in keinem Falle zu vergleichen mit gekauftem Pesto. Ich bin als Pesto-Liebhaber bekannt, wurde hier aber aufs angenehmste überrascht, zumal von der von mir noch nicht verkosteten Variante mit Kartoffeln und Bohnen. Klingt seltsam, schmeckt hervorragend - zumal an einem brütend heißen Vorsommertag. Als Secondo wählte ich ein carpaccio-artig fein geschnittenes Roastbeef mit Rucola und Grana. Das zart rosafarbene Fleisch war nur sehr leicht mit Zitrone gewürzt, überzeugte durch ein harmonisches Eigenaroma und zerging in der Tat auf der Zunge. Ein guter Fleischer ist Gold wert. Der Vollständigkeit halber möchte ich anmerken, dass mein Sohn noch frische Erdbeeren mit Zitrone und Zucker wählte, mir aber leider nichts abgab - wer meinen Sohn kennt, wird wissen, dass dies höchste Weihe bedeutet für alle Lokalitäten außerhalb des McDonald's Imperiums. Ich selbst versagte mit die Auswahl von im Hause zubereiteten Süßspeisen, aber mit Sicherheit komme ich wieder.

Der offene Wein war perfekt temperiert und duftig, zum Kaffee wurde - wie sich das früher einmal gehörte - die Flasche Grappa zur Selbstbedienung auf den Tisch gestellt. All dies konnte mich aber schon nicht mehr überraschen. Ich möchte lieber noch extrem lobende Worte für die Bedienung und den Inhaber des Familienbetriebes verlieren. Beide Bedienungen waren auffällig aufmerksam und von ausgesuchter Professionalität, selbstverständlich ohne je aufdringlich zu wirken. Ohne Nachfrage wurde meinem Sohn ein Kissen gebracht, mehrfach wurde sich erkundigt, ob denn alles zu meiner Zufriedenheit war und zum guten Schluß schenkte der furchtbar sympathisch-gemütliche Inhaber dieses Kleinods - Giuseppe "Ino" Torre - meinem Sohn tatsächlich noch ein Spielzeug. Wohlgemerkt: all dies für zwei offensichtliche Touristen auf Durchreise in einem von einer Feiergesellschaft gestressten Restaurant an einem heißen Sommertag! Ich hatte in der Tat den Eindruck, ich wäre hier als Restauranttester aufgeflogen.

Hatte ich schon angemerkt, dass wir beide für insgesamt 22 EUR aßen und tranken?

Liebe Leser, falls es Sie irgendwann einmal in den östlichen Teil Liguriens verschlägt, nehmen Sie die die Landstraße von Chiavari durch das Fontanabuona in Richtung Busalla. Vom Strand brauchen Sie maximal 20 Minuten und die sind es allemal wert. Während die ligurische Küste weitestgehend touristisch erschlossen ist und mit den üblichen Problemen zu kämpfen hat, bietet das Hinterland mit Sicherheit noch mehr Überraschungen. Reservierung ist am Abend unverzichtbar, Zimmer können direkt nebenan in der Locanda "Il Mulino" bestellt werden (selbe Telefon-/Faxnummer).

Kai Tippmann


Kontaktdaten
Ristorante Torre
Via D. Cuneo 135
16040 Calvari
Telefon: 0039 0185 358003
Fax: 0039-0185 358003
E-Mail: