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Literaturtipps & Rezensionen

Oliver Birkner: Eines Tages im Mai: Die Geschichte des SSC Neapel

Ich bin ein Fan davon, Mannschaften bei ihrem richtigen Namen zu nennen, insofern stört mich das "SSC Neapel" im Untertitel mindestens genauso wie die unzähligen Erwähnungen einer Mannschaft namens "AC Mailand". Das ist dann aber auch schon die einzige Kritik an Birkners unterhaltsamem Buch, das zwar mit jeder Menge Fakten gefüttert ist, aber trotzdem sehr schön und flüssig zu lesen ist. Vor allem aber gelingt es dem Autoren, was ich für einen Deutschen beachtenswert finde, das "Gefühl Napoli", die "Neapolanità", erfahrbar zu machen, das Verein wie Stadt zu etwas ganz Besonderem, Andersartigem machen. Im Positiven wie im Negativen. Die Hauptstadt Süditaliens, deren Bewohner und deren Mannschaft lassen sich eben kaum min anderen Teams oder anderen Städten vergleichen - und der schönste Ausdruck, die beste Schnittmenge dieser Eigenheiten ist sicherlich der SSC Napoli. Ein Verein, der in Momenten majestätischer Größe immer auch schon das tragische Scheitern in sich trägt. "'Wenn Du kommst, weinst du zweimal', sagen sie. 'Bei der Ankunft und bei der Abreise.'"

Um diese spezielle Rolle besonders auch deutschen Lesern nachvollziehbar zu machen, startet Oliver Birkner mit einem Exkurs in die Geschichte und unterstreicht den politisch gewollten Absturz dieser reichen und modernen süditalienischen Metropole nach der Einigung Italiens unter Garibaldi. Vor 1860 gehörten der Bourbonen-Hauptstadt des "Königreichs beider Sizilien" rund Dreiviertel der Reichtümer Italiens. Nach der Machtübernahme von Turin aus begann der schleichende wirtschaftliche und politische Machtverlust, der selbst heute noch in einem häßlichen Nord-Süd-Konflikt gipfelt, inklusive rassistischer Einordnungen "stinkender" und "cholera-geplagter" Neapolitaner, deren Verein auch gern mal zur "Nordafrika-Meisterschaft" gratuliert wird. Nun bin ich bei Stadionbeschimpfungen sehr entspannt, aber ein für den Außenstehenden kaum mehr nachvollziehbarer Hass auf Neapel ist keine Besonderheit des Fußballs, den bekommt man auch gratis an der Bar in Mailand oder Turin serviert.

Wie gesagt, es ist wirklich erfrischend, wie der Autor es schafft, die ganze wuslige Gemengelage aus Chaos, Grandezza, Schmutz, Triumph und Tragödie, Helden und Verrätern aufzubereiten, die parallel Stadt und Verein antreiben, Einwohner, Spieler und Fans. Sozusagen als Beigabe erhält der Leser noch eine Unzahl an Informationen, Daten, Fakten und Anekdoten zu Spielern, Präsidenten und Offiziellen dieses wohl schillerndsten aller italienischen Fußballklubs. Natürlich widmet Birkner viele Seiten dem adoptierten Sohn der Stadt, dem wohl besten Fußballer aller Zeiten, Diego Maradona, der Stadt wie Verein wenigstens für ein paar Jahre zur "ausgleichenden Gerechtigkeit" auf Augenhöhe gegen den verhassten reichen Norden und dessen gestreifte Dauermeisterschaften führte. Aber auch bis zur Grenze der Kriminalität schlitzohrige Präsidenten kommen zu Wort oder in die Geschichte eingegangene Spieler dieses Vereins, der es wie kein anderer schafft, die Gefühlslage einer ganzen Region zu regieren.

Man stand in den Katakomben, wo alles mir roter Erde ausgelegt war. Dann ging es durch den Tunnel, du sahst die Menge und draußen ging es los: Unglaublich wirklich unglaublich, das muss man als Spieler einfach mal erlebt haben. Ich wiederhole mich gerne, für diese Faszination gibt es keine Worte und Ich wünsche es jedem Profi sie irgendwann einmal zu fühlen. (Thomas Berthold, aus der Rezension des SSC Napoli Fanclubs Deutschland)

Eine absolute Empfehlung für jeden, der halbwegs an italienischem Fußball interessiert ist - Fans wie Gegner des SSC Napoli eingeschlossen. Man kann Club wie Stadt lieben oder hassen (bei mir ist das geteilt), indifferent lassen beide wohl niemanden.

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