Buchtipps

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Buchtipp:

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Restauranttipp:

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Literaturtipps & Rezensionen

Sergio Taccone: Milan Story. Die rot-schwarze Legende von 1899 bis heute.

Weil der Sommer die Zeit für Strand und Bücher ist, möchte ich euch gern ein Buch vorstellen, dieses mal eines für echte Milanisti. Sergio Taccone, Giornalist und Autor, versucht sich an einer Reise durch die mehr als hundertjährige Geschichte der Rossoneri. Beginnend beim ersten "Scudetto" des Jahres 1901 erzählt er Episoden, Anekdoten und Legenden, von vergeigten Meisterschaften und Siegen in letzter Sekunde aus der Geschichte des "Diavolo", von den großartigsten Momenten bis hinunter in die Abgründe von Istanbul und Cavese. Die Kapitel sind nicht chronologisch geordnet, sondern es handelt sich um ein Buch, das man zur Hand nehmen und durchblättern kann, um sich an wichtige Spiele, göttliche Spieler, erschwitzte Scudetti, unbekannte Geschichten oder solche, die man selbst erlebt hat zu erinnern. Denn von den 40 Erinnerungen des Buches sind einige Teil des kollektiven Gedächtnisses der Milan-Fans, andere sind vergilbte Fotos in schwarzweiß aus den Zeiten von Kilpin oder Aldo Boffi.

"Eine Reise in die mehr als hundertjährige Geschichte des AC Milan, in der sich Persönlichkeiten und herausragende, unvergessliche Begebenheiten begegnen, manche vom Schleier des Vergessens verhüllt. Eine Anthologie von Milan-Geschichten, die fast die gesamte Geschichte des rotschwarzen Clubs umfasst."

Ich zum Beispiel habe sicherlich jede Menge Episoden zu meinem Verein studiert und wache eifersüchtig über ein Käppi mit der Unterschrift von Franco Baresi, aber das der ewige Kapitän für sein erstes offizielles Spiel in unseren Farben genau in Verbania auflief, der Stadt, die seit 13 Jahren meine Heimat ist, war mir bis dahin völlig unbekannt. Und der Milan Fan soll bitte die Hand heben, dem sich nicht die Haare aufstellen bei der Antwort des damaligen Teamchefs der englischen Nationalmannschaft, Ramsey, auf die Frage "Wer sind die vier stärksten italienischen Spieler?": "Rivera, Rivera, Rivera und Rivera". Und wer wollte ihm widersprechen? Vielleicht tut es ein bisschen weh, das epische "coast to coast" von George Weah gegen Verona nachzuerleben, die Heldentaten von van Basten oder King Ruud, in diesen Zeiten der Traorés und Constants. Aber sie erinnern daran, wo die Liebe für diese Mannschaft geboren ist, voller glorreicher Momente und wenigen schmerzhaften Ausrutschern.

Die stärksten Kapitel sind die, die von den Erinnerungen des Autoren berichten, Spiele die er als kleiner Junge am Radio verfolgt hat oder selbst erlebte Emotionen als Journalist, vor allem aber als Fan. Aus nachvollziehbaren Gründen sind die Seiten zu den rotschwarzen Mannschaften der Vorkriegszeit etwas minimalistischer, von Spielern die in Konzentrationslagern ermordet wurden, von Siegen gegen den "Grande Toro", den ersten Meisterschaften. Hier muss sich der Autor gezwungenermaßen auf die damaligen Zeitungen stützen. Aber sie sind trotzdem interessant, denn auch wenn viele dieser Namen heute vergessen sind, gehören sie trotzdem unauslöschlich zur Geschichte dieses Vereins, der schon lange vor Berlusconi existierte und dessen Herz auch nach Berlusconi weiterschlagen wird. Und dann ist es natürlich nicht gerade einfach, Berichte aus der Zeit vor den Weltkriegen zu finden. Hier hilft die nicht chronologische Erzählweise Taccones, die Neugier des Lesers nicht erlahmen zu lassen.

Wenn ich wirklich etwas kritisieren muss, dann sind es die Seitenhiebe gegen die ewigen Rivalen. Als Fan der Rossoneri verstehe ich natürlich die Emotionen, auch ich habe die Witze der Inter-Freunde nach dem 0:4 verlorenen Stadtderby erleiden müssen, auch ich war im siebten Himmel nach dem entscheidenden Elfmeter Shevchenkos gegen Buffon im Champion's League-Finale 2003. Aber vielleicht sollte der Stolz als Milanista es verbieten, sich mit den Leiden und Genugtuungen der Baüscia und Gobbi zu beschäftigen, die für meinen Geschmack ein wenig zu oft erwähnt werden. Das sind Themen, die man an der Bar abwickelt; in einem Buch zur glorreichen Geschichte dieses Vereins wäre es völlig ausreichend gewesen, diese mit Stil zu ignorieren. Und vielleicht hätten sie mit ein paar Seiten zur Geschichte der Ultràs ersetzt werden können, von der Fossa dei Leoni bis zu den Brigate Rossonere, die völlig außer acht gelassen wird.

Das ändert aber nichts daran, dass ich das Buch allen Rossoneri ans Herz lege, vor allem den jüngeren. Um sich an Marco van Basten und Maurizio Ganz zu erinnern, an Athen und Istanbul, al Beppe Viola und den ewigen Kapitän. Denn vielleicht hat man uns heute die Träume genommen, aber die Geschichte kann man uns nicht nehmen und auch nicht die Gewissheit, dass der Diavolo zurück kommt. Weil er immer zurück gekommen ist.

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