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Warm und behaglich

Bewertung

Restaurant: Enoteca e Ristorante I Caffi


Besuch am: 13.12.2002
Region: Piemonte

Enoteca e Ristorante I Caffi

Update:Das Team des Ristorante I Caffi ist nach Acqui Terme umgezogen. Ich lasse die ursprüngliche Rezension zu den vorherigen Räumlichkeiten hier stehen, meinen ebenso genussvollen Besuch aus dem Jahr 2010 finden Sie in der Menüsteuerung

Dass die Menschen in den Weinbaugebieten der Langhe und im Monferrato einen beneidenswerten Lebensstil pflegen, dürfte sich auch bis jenseits der Alpen herumgesprochen haben. Selbst die Nicht-Piemonteser unter den Italienern versichern regelmäßig, dass im Süd-Piemont die italienische Küche zur Vervollkommnung neigt. Den Empfehlungen meines Lieblingsbeherbergers, Herrn Carlo Lacqua vom Agriturismo Monsignorotti, folgend, verbrachten wir einen wahrhaft denkwürdigen Abend im Restaurant I Caffi unweit von Asti.

Die Anreise gestaltete sich etwas langwieriger als erwartet, da die Ausschilderung - italientypisch - durchaus minimalistisch geraten ist. Folgen Sie aber einfach ab Cassinasco den Wegweisern zur Wallfahrtskirche (Santuario) I Caffi, das Restaurant befindet sich direkt davor.

Angenehm einladend an einem frostigen Winterabend ist bereits der erste Eindruck. Die Räumlichkeiten sind überschaubar, die Farbgestaltung warm und die Einrichtung zurückhaltend klassisch. Ein stilistischer Vergleich wäre vielleicht das Paris-Moskau in Berlin. Für den faszinierenden Ausblick auf die Hügellandschaft des Monferrato hatten wir angesichts früh einsetzender Dunkelheit zwar leider keine Gelegenheit, der offene Kamin, die rustikale Holzbalkendecke und die stilvoll schlichte Möblierung machten dies aber mehr als wett. Nichts zu spüren von überfeinerter Haute Cuisine oder emblematischer Dekadenz. Das Personal ist geschult und freundlich, ohne aufdringlich oder allzu formal oder gar steif daherzukommen, was sehr zum Wohlbefinden beiträgt. Selbstredend, dass es immer im richtigen Moment erscheint, ohne dass man auf sich aufmerksam machen muß. So muß es sein.

Übertroffen wird das alles aber von der Küche. Gewählt haben wir das Degustationsmenü zum Preis von 56,00 EUR inklusive dreier Vorspeisen, Primo, Secondo, Dolce und zweier Weinempfehlungen des Hauses.

Eingeleitet wurde das Fest mit einem kaum zu übertreffenden Salat aus Zutaten der Jahreszeit. Die hervorragend abgestimmte Mischung aus weißem Fleisch, Kastanien, Rosinen sowie mehreren Salatsorten veranstaltet ein Feuerwerk auf den Geschmacksrezeptoren, dass die Ankunft der weiteren Gänge fast schon mit Bedauern zur Kenntnis genommen wird. Großartig. Kaum minder beeindruckend auch die folgenden Ravioli di Salame cotto sowie der Sformato di Roccaverano. Die Pasta (wir wählten Gnocchi di polenta al ragù e Tagliatelle fatte in casa) ist perfekt, harmonisch und stellt ohne jeden Kritikpunkt den Übergang zum Secondo dar. Verschiedene Wild- und Fleischsorten stehen zur Auswahl, wir entschieden uns für Coniglio con Olive taggiasche sowie zarteste Costine d'Agnello. Dezent gewürzt, das Lamm vielleicht einen Hauch stracotto, allerdings bin ich mir sicher, dass man hier seine Wünsche auch vorher artikulieren kann - keine Kritik also hierfür.

Es ist eine Schande, dass der genuß der Dolci unter dem mittlerweile erreichten Füllstand des Magens etwas leidet. Angesichts der bereits eintretenden Überreizung durch Delikatessen-Überdosis hätten die Dolci mehr Aufmerksamkeit und Genuß verdient. Das Sorbet auf Cacao-Tagliatelle mit Passionsfruchtsauce und Mandarinen ist ein Gedicht, ebenso mein phantastisches Gelato mit Tabak-Aroma. Reine Neugier bewog mich hierzu, ich habe keine Ahnung, wie man das macht, aber zu anderen Zeiten wurde für weniger gemordet.

Als Weine gereicht wurden zwei Barbera lokaler Produzenten (2001 und 1998), die vortrefflich mit den gereichten Speisen harmonierten. Dieser oft verkannte Wein verdient mehr Aufmerksamkeit, vor allem in der Qualität der südpiemontesischen Spitzencantinas. Um ehrlich zu sein, sind eine Reihe Barberas dem leider als Modetrend entdeckten Barolo überlegen. Probieren Sie es aus. Eine absolute Empfehlung ist jedoch der zum Dolce gereichte Moscato (Saracco, 2003). Dieser veranlaßte uns zum Aufsuchen der Cantina Saracco am nächsten Tage, die beiden Kisten bekommen einen Ehrenplatz im Keller.

Alles in allem eine unbedingte Empfehlung auch und vor allem in diesem von hervorragendem Wein und exzeptioneller Küche gesegneten Landstrich. Konkurrenz und verbreitete Lebensart sorgen hier für Qualität und ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie einen Besuch im I Caffi so schnell nicht vergessen werden. Bei mir jedenfalls landete das Ristorante auf Anhieb unter den ersten zehn. Und das will durchaus etwas heißen.

Kai Tippmann


Kontaktdaten
Enoteca e Ristorante I Caffi
Reg. Caffi 248
14050 Cassinasco Asti
Telefon:
Fax:
E-Mail:
Web: www.icaffi.it