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Anschlag auf Amerika

Noch immer, auch nach der 50. Wiederholung, drängt sich die Frage auf, ob das, was da seit 24 Stunden über fast alle Bildschrime flimmert, ein inszenierter Reality-TV Spot von Roland Emmerich ist. Zu sehr wehren sich die Sinne, das als Wirklichkeit anzuerkennen, was uns bisher nur als fiktives Hollywood-Szenario begegnet ist. Zu absurd scheint die Vorstellung, dass nicht nur diese Wahrzeichen der New Yorker Skyline, sondern wahrscheinlich Tausende von Menschen einer Dimension von Terror zum Opfer gefallen sind, die das ohnehin schon ominöse Wort "Globalisierung" mit weiteren negativen Assoziationen versieht.

Was aber bedeutet Globalisierung in diesem Zusammenhang? Viele verschiedene Aspekte drängen sich auf: Der im Kontrast dazu stehende isolationistische Provinzialismus, der die bestehende US-Regierung dazu veranlasst hat, sich aus dem Trümmerhaufen des nahen Ostens zurückzuziehen, nur um festzustellen, daß auch diese Trümmerhaufen "globale" Ausmaße annehmen können; das Versagen der Geheimdienste, deren Technomanie in den Hintergrund gedrängt hat, dass Globalisierung auch einen menschlichen Aspekt besitzt; eine von allen humanistischen Geistern verlassene "islamistische Internationale", die der Religion des Islam einen Schaden zufügt, der alle möglichen Konsequenzen aus Vergeltungsschlägen in den Schatten stellt; radikale "Islamisten", deren Aufrüstung und Waffenarsenal sich aber auch zu einem Gutteil einer kurzsichtigen amerikanischen Aussenpolitik verdankt. Die offenen Rechnungen aus dem Kalten Krieg sind noch längst nicht alle zugestellt.

All diese Aspekte können in keinster Weise als "Entschuldigung" für einen Terroranschlag von solch apokalyptischen Ausmaßen dienen. Um aber die Ausweitung einer solch neuen Dimension zu verhindern, ist eine offene Auseinandersetzung mit begangenen Fehlern unerläßlich. Und die amerikanische Regierung steht vor einer fast unlösbaren Aufgabe: Sollte sich der Verdacht auf Osama bin Laden erhärten, werden Bomben auf Afghanistan fallen; zugleich jedoch muß eine verstärkte Friedensinitiative im Nahen Osten erfolgen, deren Erfolgschancen mit jeder Art von Gewalt gegen Islamisten - auch gegen die radikal verwirrten Unmenschen, die für diesen Anschlag verantwortlich sind - diese Bemühungen unterminieren.

Noch ein Wort zu den Bildern, die nachgerade noch schlimmer sind als die brennender Menschen, die in den Tod springen: Feiernde Palästinenser in Ost-Jerusalem. Als Erklärung wird die Tatsache bemüht, daß diese Menschen von Hass beseelt sind, der auf die agressive Politik Israels (und Amerikas) zurückgeht, und Genugtuung empfinden, dass nun auch der Gegner Amerika das Grauen der Gewalt spüren muß. Aber: Ich habe noch nie Menschen in New York oder Jerusalem nach einen Militärschlag gegen die islamische Welt tanzen sehen. Globalisierung muß deshalb auch heißen, die weltweite Ausweitung von Grundwerten, nicht vornehmlich Handelsgütern, Informationskanälen, und Geldströmen. Nur das kann diesem Phänomen ein menschliches Anlitz verleihen - ein Anlitz, das die Urheber dieser Katastrophe verloren haben, wenn sie es je besessen haben.

© Thomas Claviez

Nach dem Studium der Politikwissenschaften, der amerikanischen und der italienischen Literatur an den Universitäten Konstanz, Amherst (Mass.) und Padua promovierte Thomas Claviez mit der Arbeit "Grenzfälle" am John F. Kennedy-Institut der Freien Universität in Berlin. Dort ist er als Wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Kultur tätig. 
Er arbeitet z. Zt. an seinem Habilitationsprojekt (A)E(S)TH(ET)ICS: Moral Imagination from Uncle Tom's Cabin to The New York Trilogy.

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