Buchtipps

Alte Espressomaschinen

Hier zur Abwechslung ein absolutes Sammlerstück für ausgesuchte Liebhaber historischer Espressomaschinen. Diese San Giorgio aus dem Jahr 1940 ist eine absolute Rarität San Giorgio
Pumpe, 2-gruppig - Hier zur Abwechslung ein absolutes Sammlerstück für ausgesuchte Liebhaber historischer Espressomaschinen. Diese San Giorgio aus dem Jahr 1940 ist eine absolute Rarität
Preis: 7500 Euro

Buchtipp:

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Restauranttipp:

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Literaturtipps & Rezensionen

Roberto Alajmo: Mammaherz

Ein Mafia-Roman. Zugegeben, bei dem Titel hätte ich nicht unbedingt daran gedacht. Ich gebe auch zu, dass ich ein Buch mit diesem Titel vermutlich im Regal nicht weiter wahrgenommen hätte. Schade drum wär's gewesen, wäre mir doch ein unterhaltsam zu lesender und spannender Sizilien-Roman entgangen, der mit viel psychologischem Feingefühl nicht nur die Besonderheiten dieses Landstriches mit Leben erfüllt, sondern auch das Verhältnis des Süditalieners zu seiner Mamma thematisiert und natürlich einen Kriminalfall beinhaltet. Das Ganze immer auch augenzwinkernd, so dass man auch als deutscher Leser seine Freude an dem Buch behält.

Dabei hatte Cosimo, der Protagonist, doch alles getan, um auf eigenen Beinen zu stehen, weg von seiner erdrückenden Mutter und ihrer atemraubenden Liebe. Und eigentlich lebt er in diesem sizilianischen Landhaus doch auch nur vorübergehend, um sich um ein leckendes Rohr zu kümmern. Mutter und Sohn haben sich arrangiert mit dieser Situation, die beiden die Freiheit lässt zu denken, ihr Leben wäre doch ein ganz anderes, ein normales. Und so fragt die Mutter immer mal wieder nach dem Rohr, wenn Cosimo sie nach der Arbeit besuchen kommt und pünktlich mit einem liebevoll zubereiteten Abendessen überrascht wird. So schlecht geht es ihm nicht dabei und wenn er weibliche Gesellschaft braucht, geht er zur Dorfprostituierten.

Arbeit hat er eigentlich keine, die Dorfbewohner sind übereingekommen, dass er Unglück bringt, das hügelige Umland lädt nicht eben zum Fahrradfahren ein und so verirrt sich niemand in den vom Vater geerbten Fahrradladen, in dem er die Zeit totschlägt mit Kreuzworträtseln und Radiohören. Bis eines Tages Fremde auftauchen und dem Eigenbrötler ein Kind zur Aufsicht überlassen. Angeblich für ein paar Tage nur. Cosimo kann das Geld gut gebrauchen, die Lebensversicherung seines Vaters ist aufgebraucht und Kunden hat er ja praktisch keine. Und außerdem kann man solchen Herren sowieso nicht widersprechen. Jedenfalls ist dieser Tag das Ende der filigran konstruierten Normalität in diesem entlegenen katholischen Flecken am Rande Europas.

Spannend erzählt und mit viel literarischem Geschick entspinnt sich das (Nicht-)Verhältnis zwischen Cosimo und seinem unverhofften "Gast". Seltsame Annäherungsversuche, aus Neugier geboren und von sozialer Inkompetenz zu Fall gebracht. Und dann war da ja noch die Mutter, der unser Protagonist erstmals nichts von einem Ereignis erzählt hat und die natürlich eine Veränderung wittert und sich in ihrer Mutterliebe verletzt fühlt. Kurzum, die Auftraggeber kommen nicht wieder, dafür entdeckt die Mutter Cosimos Geheimnis. Und aus dieser seltsamen Dreiecksbeziehung aus Mutter, Sohn und Kind entspannt sich ein fast klaustrophobisches Finale mit einer überraschenden Wendung.

Ein schönes Buch und eine unbedingte Empfehlung für Liebhaber eines guten italienischen Mafiabuchs oder Westerns. Und natürlich für Sizilienreisende, lässt doch Alajmos Erzähltalent die sizilianische Landschaft und ihre Bewohner geradezu plastisch auferstehen. Die flirrende Sonne und die staubigen Hügel ebenso wie die Blicke der alten Männer vor der Bar, die Geschichten und Gerüchte, die im Dorf kreisen, Allianzen und Ausgestoßene. Ein starkes und reiches Buch, lassen Sie sich vom Titel nicht abschrecken.

"Dieser Roman ist dermaßen stark und dicht, dass er den Leser geradezu zwingt, ihn ohne Unterbrechung bis zum Ende zu lesen; vor allem weil wir es hier mit einem Erzähltalent zu tun haben, wie es in Italien nur schwer zu finden ist." Andrea Camilleri

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