Buchtipps

Alte Espressomaschinen

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Handhebel, 2-gruppig - Diese Faema President mit zwei Brühgruppen muss noch instandgesetzt werden.
Preis: 1900 Euro

Buchtipp:

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Restauranttipp:

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Literaturtipps & Rezensionen

Susanne Wess: Gast-Häuser und historische Hotels Toscana

Im Gegensatz zum Band "Historische Gast-Häuser und Hotels - Italien" kommt die regionale Ausrichtung des vorliegenden Büchleins dem Nutzwert deutlich positiv zugute. Zimmerpreise und Öffnungszeiten sind auf dem Stand Herbst 2005, vorgestellt werden 51 historische Häuser, unterteilt in 4 Regionen und auffindbar zudem über ein alphabetisches Ortsverzeichnis. Die Grundidee des Reiseführers, der sich an Menschen richtet, für die passende Architektur und Einrichtung genauso wichtig sind wie das kulinarische Angebot, sehr nachvollziehbar - zumindest für mich steht und fällt ein gelungener Restaurantbesuch eben auch mit der Architektur und Einrichtung. Und ich glaube, wir Deutschen fahren wohl alle nicht nach Italien, um den Urlaub dort in einem Neubauhotel zu verbringen und in einem postmodernen Glaspalast zu speisen. Insofern ist ein Reiseführer, der sich dezidiert auf historische Gemäuer spezialisiert, bei mir erstmal sehr willkommen.

Das hochformatige Büchlein stellt jedes Haus auf einer schmalen Doppelseite vor, wobei das obere Drittel zwei Fotos vorbehalten ist (typischerweise eins innen, eins außen), die linke Seite den Kontaktinformationen und Angaben zu Ruhetag, Zimmerzahl, Restaurantplätzen etc., die rechten zwei Drittel dienen dann der Beschreibung. Da die Hälfte des ohnehin schon kurzen Beschreibungstextes einem kurzen historischen Abriß zu Geschichte und Besitzerwechseln vorbehalten ist, bleibt eigentlich nur ein Absatz für das eigentliche Objekt übrig. Hier wird dann auf die Besonderheiten des jeweiligen Gasthauses für den Urlauber eingegangen, aber naturgemäß nur in Form einer kurzen Erwähnung. Ein Veranstaltungskalender und jeweils zwei Seiten zu Weingütern bzw. Ölmühlen lassen mich zwar nicht vor Begeisterung lang hinschlagen, sind aber passenderweise gleich mit dabei.

Schade, dass die Beschreibung manchmal direkt aus dem Leitfaden zur Verwendung von Adjektiven beim Osnabrücker Wochenblatt entsprungen scheint:

"Die Räumlichkeiten des luxuriösen Hauses haben bis heute ihren aristokratischen Charme bewahrt. Fresken aus dem 18. Jh., Fußböden und Bäder aus Marmor sowie elegant gestaltete Zimmer und Suiten versprühen Luxus und das Flair vergangener Tage. (...) Service und Drinks sind tadellos, die toskanischen Gerichte authentisch zubereitet." (S. 13)

"Luxuriöses Haus", "aristokratischer Charme", "elegant gestaltete Zimmer" "versprühen" also "das Flair vergangener Tage". Ich hoffe, dass ich mir an der Rezeption ein Taxi besorgen kann und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass "authentisch zubereitet" eher erhofft als fachkundig eingeschätzt ist. Vermutlich hat es geschmeckt. Überhaupt wimmelt es im Buch nur so von "edlen Tropfen", "mit Herzblut renovierten" Zimmern, "stilvollem Mobiliar" und alles "strahlt" andauernd "Eleganz und Historie" aus, jedenfalls bis mein im Hirn eingebauter Werbefilter solche Sätze ausblendet.

"Wer es besonders ruhig mag oder sowieso nur für eine Nacht bleibt, wählt eines der Zimmer zum Hinterhof. Dafür verzichtet er andererseits auf die Aussicht, die ihm die oberen Stockwerke zur Piazza hin bescheren." (S. 61)

Es ist einfach schade, dass der ohnehin gedrängte Platz des an sich lohnenden Büchleins mit derartigen Füllsätzen ohne weiteren Erkenntnisgewinn weiter beschnitten wird. Im Zweifelsfall hätte ich stattdessen die Fotos etwas größer gemacht, letztlich sind es vermutlich sowieso diese, die Lust auf eines der vorgestellten Häuser machen.

Insgesamt ist es schön, so viele stilvolle historische Gaststätten und Unterkünfte in einer Urlaubsregion vorgestellt zu bekommen, im Laufe eines zwei- oder dreiwöchigen Aufenthalts in der dann doch touristisch streckenweise erheblich kontaminierten Toskana kann so etwas durchaus den Urlaub retten. Ich persönlich, aber auch nur ich, würde mir von einem solcherart angelegten Buch erhoffen, auf ein verträumtes Circolo in einem ehemaligen Jugendstil-Schwimmbad mit prächtiger Aussicht von der Terrasse mit zwei Katzen auf die Zypressenhügel von Cortona hingewiesen zu werden, in dem die dicke Paolina aus der Küche kommt, sich die Hände am um die Hüften geschlungenen Tuch abwischt und mir dann einen Teller Cacciucco bringt, der eigentlich für den Neffen bestimmt war. Denn die diversen "Country Resort Monsignor della Casa", "Hotel Villa Casagrande" und "Castello di Gargonza" finde ich ja sowieso, wenn ich über Land fahre und die Augen offenhalte. Dass man in den entsprechenden Etablissements bei Preisen um 100-200 EUR pro Nacht dann ganz ordentlich schläft oder für 30-40 EUR gut isst, nehme ich gern an.

Alles in allem also ein Schlaf- und Eßführer für den Liebhaber der teuer restaurierten Museumstoskana für Urlauber, die alte Gemäuer nicht ohne moderne Annehmlichkeiten ertragen könnten und bei denen Authentizität vielleicht nicht ganz oben auf der Wunschliste steht. Deutlich gewonnen gegenüber der Gesamtausgabe für Italien hat der vorliegende Band durch seine Beschränkung auf nur ein Reisegebiet. Echte Geheimtipps werden nicht vorgestellt, mir ist aber auch durchaus bewusst, dass das "echte Italien" für viele Reisende aus dem deutschsprachigen Raum eher erschreckend wirkt. Mit den in diesem Buch vorgestellten Häusern können Sie sich ihre Traumtoskana bewahren.

Aus derselben Reihe sind ebenfalls erschienen "Historische Gast-Häuser und Hotels - Italien" sowie "Historische Gast-Häuser und Hotels - Südtirol".

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