Buchtipps

Alte Espressomaschinen

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Handhebel, 2-gruppig - Diese Faema President mit zwei Brühgruppen muss noch instandgesetzt werden.
Preis: 1900 Euro

Buchtipp:

Beat Hächler (Hrsg.): Das Klappern der Zoccoli. Literarische Wanderungen im TessinBeat Hächler (Hrsg.): Das Klappern der Zoccoli. Literarische Wanderungen im Tessin Das Klappern der Zoccoli ist ein literarisches Wanderbuch, keine Textanthologie und keine Literaturgeschichte. Das Wanderbuch nimmt die Literatur als Ausgangspunkt,...

Restauranttipp:

Osteria NuovaRustikal und bodenständig Eingebunden in ein Wochenende im Süd-Piemont rund um Barbaresco, weiße Trüffel und anderen Leckereien hatten wir das große Glück, ganz...

Literaturtipps & Rezensionen

Andreas Hüser: Wo selbst die Wege nachdenklich werden

Der Philosoph Friedrich Nietzsche hat bekanntermaßen ein besonderes Verhältnis zu den Bergen im Allgemeinen und zum Oberengadin im Besonderen. Nicht, dass der radikale Denker tatsächlich mit Vorliebe auf gefährlichen Kammwegen und in Eiseskälte seine Konfrontation mit der Natur gesucht hätte, Ego und körperliche Leistungsfähigkeit standen in seiner Position sicher in einem eher spannungsgeladenen Verhältnis, aber als Metapher für den einsamen freien Geist, der unbeirrt aus klarer Luft von oben auf das irdische Gewimmel herabschaute, sind schneebedeckte Alpengipfel allemal brauchbar.

Kulminiert ist die Aussicht des Holzhammerphilosophen sicherlich in der Figur des Zarathustra, der sich in asketischer Bergeinsamkeit den Schmutz und die schlechte Luft des Marktplatzes vom Leib hielt. Adler und Schlange waren ihm dabei treue Weggefährten und Ratgeber. Aber der Berg, die klare Luft, die Höhe und die Einsamkeit ziehen sich als roter Faden vom Frühwerk bis in die Turiner Niederungen seiner Biografie.

Und wenn auch Nietzsches Füße bei weitem nicht die Höhen seiner geistigen Flüge erreichten, so ist ein philosophischer Wanderführer ein tatsächlich überfälliges Buch. Entstanden ist ein "biografisches Portrait des Philosophen unter besonderer Berücksichtigung seines Verhältnisses zum Gebirge". Der Erkenntnisgewinn übersteigt das Traktat "Heidegger für Barbesucher" um ein Vielfaches, das liegt an der Ernsthaftigkeit der Herangehensweise und der Seitenzahl.

Natürlich ist das Werk des Theologen und Philosophen (und Bergsteigers) Hüser eine hervorragende Lektüre für daheim. Vielleicht ist man so dem Denker Nietzsche gar nicht so fern, aber so richtigen Unterhaltungswert entwickelt der Wanderführer unterwegs, im tatsächlichen Zusammenspiel von Text und Welt, von Metapher und Gedanken, von Zitat und Aussicht. Kenntnisreich und ungeheuer detailversessen geschrieben, unter Verzicht auf die ganz großen interpretatorischen Bögen wird hier Nietzsches Wanderungen gefolgt, mithin Stationen seines Lebens besucht, es wird in seinen Fußstapfen gegangen und diese Art Spurenlese eröffet mit Sicherheit ungewohnte Perspektiven - auch wenn man dem Meister eigentlich natürlich nicht folgen darf, weil man natürlich auf eigenen Wegen schreiten muß!

Eine spannende Lektüre über immer noch einen der begnadetsten Denker der Deutschen, passende Ergänzug zu Safranskis Biografie und meine unbedingte Empfehlung für die Nietzsche-Fangemeinde.

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